Patientengeschichten

Kinderwunsch:

Die Patientin war 30 jährig und hatte ihren Kinderwunsch schon fast vergessen. Sie kam wegen Zysten im Unterleib.

Nach einer 1-jährigen Behandlung und diszipliniertem Ausführen meiner Hausaufgaben, die ihre Achtsamkeit, Eigenständigkeit und zuletzt ihr Bewusstsein  entwickelten und förderten, haben sich die Zysten nicht mehr vergrössert, sind aber auch nicht verschwunden. Obwohl wir eine genaue Anamnese gemacht haben, konnte sie sich erst nach einem Jahr, dank ihrem grossen Willen und Glauben an ihre Stärken, an nachstehende Geschichte erinnern.

Aufgewachsen in einer wohlbehüteten Familie als ältestes Mädchen, von Anfang an Prinzessin und Liebling vom Vater. Wie sie selbst, war ihre Mutter eine äusserst hübsche und intelligente Frau. Schon schnell nahm sie die Rolle der Mutter ein. Wenn immer möglich, war sie „Vorführmodell“ des Vaters. Begleitete ihn später zu allen möglichen und unmöglichen Anlässen (was wohl der Aufgabe als Ehefrau ihrer Mutter zugestanden wäre). Mit aller Liebe war es allen Beteiligten nie bewusst, dass die Kleine ihrer ganzen Kindheit beraubt wurde. Die Ablösung von zu Hause fand nur wegen ihres Studiums statt.  Irgendwie, für sie auf unerklärliche Weise, fühlte sie sich aber doch „frei“.  Bald lernte sie ihren Partner kennen. Gerne hätten sie eine Familie gegründet. Ihr Kinderwunsch blieb unerfüllt. Sie erinnerte sich nun plötzlich, hatte das aber total verdrängt, an einen Besuch bei einer „Hellseherin“, die sie mit 16 aufgesucht hatte.  Am Ende des Gespräches  führte diese Dame all ihre damaligen Beschwerden auf „einen Missbrauch ihres Vaters“ zurück.

Total zerstört, sich niemandem anvertrauend, löschte sie diese Aussage in ihrem Gedächtnis. BIS JETZT!

Nachdem wir das tiefe Verständnis dieser leichtsinnigen und unverantwortlichen Aussage geschaffen hatten, (dass sich dieser Missbrauch auf ihre nicht ausgelebte Kindheit bezogen hat!!) setzte bald darauf ihre Menstruation ein. Ein Jahr später wurde sie schwanger. Mittlerweile sind sie eine 4-köpfige Familie. Nach weiteren 3 Jahren war ihre Zyste nicht mehr vorhanden.

Alzheimer

Es ist immer wieder eine Herausforderung Patientengeschichten zu dokumentieren, damit sie nicht zu euphorisch aber auch nicht hoffnungslos wirken.

Diese Dame kam vor 18 Jahren das erste Mal in meine Praxis. Sie konnte gerade ihren 60. Geburtstag feiern. Grund für ihr Besuch war: In diesem Alter hat sie ihren Arbeitsplatz verloren, ihr Vater war kürzlich wegen Alzheimer ins Pflegeheim gebracht worden, ihre Mutter vor 2 Jahren verstorben.

Der grösste Schock war die Diagnose „Alzheimer“ von ihrem Vater. Das machte enorme Angst. Sie sah sich bereits in demselben Zustand. Litt an Schlaflosigkeit und fing an, zu zittern. (Nicht Parkinson, sondern die innere Unruhe manifestierte sich in der äusseren Unruhe).

Nebst Akupunktur fingen wir sofort mit spezifischen Atemübungen und Bewegungen an, so wie ich das in China täglich gesehen und gelernt habe.

Das heisst auf Chinesisch: „Wir haben an der Dauerhaftigkeit des Bewusstseins gearbeitet“.

Seit unserer ersten Begegnung konnte sie sich sofort auf diese Selbstverantwortung einlassen. Konsequent und  zielbewusst führt sie bis heute ihre „Hausaufgaben“ aus.

Trotz erster Hoffnungslosigkeit hatte sie wieder einen Arbeitsplatz gefunden, wo sie bis nach ihrer Pensionierung geschätzt und gebraucht wurde.  Bis heute fühlt sie sich ausgezeichnet, ihr Gedächtnis behielt dieselbe Offenheit und Flexibilität, die sie in ihrem Alltag umgesetzt hat und anwendet. Jetzt, wenn sie zurückschaut, fragt sie sich zwischendurch: „Warum hab ich nicht schon früher mit dieser Lebensweise begonnen?“ Die Antwort gibt sie sich gleich selbst. „Dann mach ich es  jetzt!!!“

Aeusserer Glanz  –  Innere Leere

Dieser Patient hat  in seinem Leben alles erreicht, was nur möglich ist. Von einem Hoch ins andere. Beruflich reiste er viel umher, Familie in Takt und doch verspürte er eine grosse innere Leere. Dies nahm nach dem Tod seines Freundes, der ebenfalls 50 war, eine undenkbare Wende. Damit wurde er nicht mehr fertig und begann erstmals sein Leben zu hinterfragen. Und auch da kam er nicht weiter.

Die Therapie begann vor vier Jahren. „Dank!“ diesem Schmerz, begann er sich auf eine ihm fremde Art und Weise  kennen zu lernen.  Zusammen mit Akupunktur, die genaue unterstützende Punkte kennt, und der sogenannten „Wasser-Methode-Meditation“ und verschiedensten anderen Chinesischen Methoden begann die Wende.

Er merkte relativ schnell, dass dies zwei Dinge bewirkte, wie das die Tradition lehrt. Er lernte neue Sachen und vertiefte gleichzeitig das, was er vorher als definitive Wahrheit angeschaut hatte. Er definierte seinen inneren Zustand nicht mehr als „Leere“, sondern als „tot“.

Da er jedoch Empfindungen wahrnehmen konnte, war er halt doch nicht „so tot“.  Und weiter gings.  Er benutzte diese Lebendigkeit und begann den Rat (der in seinem Fall galt) umzusetzen und  wirklich zu schätzen, was er hatte.  „Geschmack“ daran zu finden und er erkannte, dass Geschmack oft unproportional zur Menge ist. Es machte ihm Spass, sich immer besser kennen zu lernen und er hielt trotz seinem beschäftigten Leben an den Therapien fest.
Es bestand nie eine Notwendigkeit, sich dafür motivieren zu müssen.

Er hat in seinem Umfeld bis jetzt nichts geändert, einzig seine Innere Einstellung!!!

Diese Geschichte, ebenfalls alle anderen, lassen sich innert weniger Minuten lesen. Glauben Sie mir aber, alle Prozesse haben Jahre gedauert.

Kannst Du die Geduld aufbringen zu warten,
bis dein Staub sich setzt
und das Wasser klar wird?
Laotse, Taoteking

Traum von der nie aufgehenden Sonne

Seit vielen Jahren träumte der Patient, dass wo immer er sich befand, die Sonne nie aufgeht. Er fühlte sich bis lang in den Tag hinein müde und kam nicht in die Gänge. So formulierte er seine Empfindung. Zudem litt er seit langem an Asthma, einem Gefühl, das ihm fast den Atem abstelle.

Es tut gut zu wissen, dass die Sonne in der Symbolsprache nicht nur ein Tag mit vierundzwanzig Stunden bedeutet, sondern auch  die Dauer von einem Monat, einem Jahr oder sogar des Lebens sein kann. Während dieser Zeit ist man frei, seine Projekte zu realisieren, oder auch nicht, und Veränderungen vorzunehmen.

Es brauchte einige Sitzungen und Reflektion im Alltag bis er einen Zusammenhang zwischen seinem Traum und dem Umgang mit sich selber erkannte.

Es ist ein absolutes Muss, dass der Träumende selbst die Symbolik seines Traumes zu verstehen beginnt und mit seinem Innersten abgleicht. Nur er allein hat den „Draht“ dazu. Eine intellektuelle, vom Verstand geleitete Deutung oder die Interpretation eines Therapeuten, führt nie zum Ziel.

Schlussendlich hat er Seine Wahrheit erkannt:

Als klein pflegte er seine grosse Liebe zu Tieren, wäre gerne Tierarzt geworden. Tragischerweise verlor er seinen Vater, Inhaber eines grossen Ingenieurbüros zu früh. Er fühlte sich verantwortlich den Betrieb weiterzuführen und wählte einen ganz anderen Weg. Er hatte das Flair immer gute Mitarbeiter zu finden und „alles lief wie am Schnürchen“. Warum fühlte er sich aber so leeeeeer!!!

Ein Prozess (bedeutet immer, sich Zeit zu geben) gewann an Dynamik.

Warum nicht eine Wende! Das geht doch nicht, man kann doch nicht, ich müsste dafür aber…… und so fort, und so fort.

Nichts war mehr aufzuhalten. Während ich diesen Bericht schreibe, arbeitet mein Patient an seiner Doktorarbeit.

Bleiben oder gehen?

Meine Patientin ist eine erfolgreiche Sportlerin und stand vor dem Entscheid, ihre dritte Beziehung abzubrechen. Bis zu diesem Moment hatte sie sich vor allem um Sport und  ihre Position in diesem Umfeld gekümmert. Bis zu dieser Situation, schon wieder gescheitert zu sein,  und der Aufforderung einer wirklich guten Freundin, doch mal bei sich selber zu schauen, fand sie niemals einen triftigen Anlass zu einer Veränderung  ihres Lebens.

Schon bald realisierte sie, dass die Erwartungen an ihre Partner höher waren, als sie im Gegenzug zu geben bereit war!!!!! Sie kämpfte mit gehen und bleiben, bleiben und  gehen. Und doch….. eigentlich wollte sie ja gar nicht gehen.

Einige Begegnungen d.h. Therapien, haben zu dieser tiefen Empfindung geführt. Sie lernte (erst jetzt), dass sich in einer Mann-/Frau-Beziehung beide auf gleicher Ebene begegnen müssen. Sobald das so ist, wird der Partner von einem grossen Erwartungsdruck befreit.

Das erste, was sich verbesserte, waren ihre chronischen Achillessehnen-Entzündungen. Ihre Verbissenheit im Sport hat sie dank Qi Gong aufgeweicht.

SIE EMPFAND das Chinesische Sprichwort sehr unterstützend: Werde zur Schönheit, die du liebst.

Seit drei Jahren nimmt sie keine Schmerzmittel mehr und fühlt sich einfach „grandig“.

Sie hat sich ihre Frage selber beantwortet.

6-jähriger Knabe mit sehr häufigen starken Bauchschmerzen

Der Knabe kam wegen diesen physischen (körperlichen) Beschwerden. Alle Abklärungen ergaben kein befriedigendes Ergebnis. Er schien kerngesund.

Bei Kindern liegt der Gedanke schnell bei ungesunder Ernährung. Süssigkeiten, pommes chips, Süssgetränke usw. Das aber liebte er eigentlich gar nicht.  Die Zeichen bestanden bereits  vor seiner Einschulung. Auch das konnte nicht der Grund sein. Nach zwei – drei Behandlungen (Hier möchte ich anmerken, dass Kinder keine Nadeln mögen und ich dies respektiere. In China wird darauf leider nicht eingegangen.) ging es ihm besser. Ich verschrieb ihm einen The, der nur für ihn bestimmt war. Und … es machte den Anschein, dass dies hilft und das tat es auch.

Als er heute kam, waren seine Beschwerden wieder da. Ich fragte ihn, ob er den The denn getrunken habe, was er aber verneinte.

Seine Aussage war: „Wissen Sie, Frau Hess, wenn ich den Tee trinke, geht es mir wieder besser. Morgen habe ich frei. Wenn ich keine Bauchschmerzen habe, muss ich so viel machen zu Hause. Wissen Sie, wir haben immer ganz viel vor, und ich kann  mich dann nicht ausruhen!!!!!!!!

Er war 6-jährig!!!!!!!

Schlafstörung

Nachdem der Patient alle nur möglichen Abklärungen durchlaufen hatte, und er seit vielen Jahren trotzdem keinen erholsamen Schlaf fand, entschied er sich für die Traditionelle Chinesische Medizin, als letzte Chance.

Seine Jungend verlief nicht unbeschwert,  aber in geordneten Bahnen, wie er das ausdrückte.

Er konnte sich äusserst gut an für ihn einschneidende Erlebnisse erinnern. Nachdem wir schon 3 Behandlungen gemacht haben und uns auch besser kannten, erzählte er Interessantes.

Als er 5 Jahre alt war, erwachte er nachts und seine Eltern waren nicht zu Hause. Er erinnerte sich an seine grosse Angst, und wie er dann weinend und schluchzend im Elternbett eingeschlafen ist. Er spürte wieder, wie er sich als 5-jähriger schwor, nie mehr einzuschlafen. So merke er sofort, wenn er allein gelassen würde.

Er wuchs heran, die Jahre vergingen, und er konnte recht gut schlafen. Bis er von seiner Freundin verlassen wurde.  Lange vermutete er, dies sei der Grund für seine wieder einsetzenden schlaflosen Nächte.  Aber auch eine erneute, gute Beziehung löste sein Problem nicht mehr.

Erstens dank seiner Offenheit und seinem Vertrauen konnten wir in mehreren Behandlungsprozessen seinen mit 5 Jahren gefällten Glaubenssatz mit geeigneten Punktekombinationen und den für ihn ausgesuchten Hausaufgaben, umwandeln.

Selbstverständlich lassen sich nicht alle Schlafprobleme auf diese Art und Weise lösen. Hartnäckige, therapieresistente Beschwerden vielfältiger Art, lassen sich selten über die Verstandesebene behandeln. Sobald wir aber bereit sind, den Zugang zu unserem tiefen Bewusstsein frei zu schaffen und die Tür offen zu lassen, kann die innere Kraft ihre Arbeit und Tätigkeit aufnehmen.  (Ursache und Wirkung können Jahrzente auseinander liegen!!)

Missbrauch

Diese Patientin kam auf Empfehlung. Sie war der festen Überzeugung, Opfer eines Missbrauchs zu sein. (Ihre Kollegin kam deswegen in die Therapie.)

Auf die Frage, ob sie sich daran erinnern könne, verliess sie sich „auf so ein Gefühl“ in sich. Die ersten Tests deuteten  aber auf keine Art und Weise auf einen Missbrauch hin. Es offenbarte sich eher eine gewisse Unsicherheit, im Sinne, welchen Weg sie in ganz bestimmten Situationen nehmen sollte.

Eine wichtige Unterscheidung, ob sie den Weg kenne und ihn nicht gehen könne, oder ob sie ihn gar nicht kenne, war bis  jetzt in ihren Gedankengängen keiner Unterscheidung wert.

Sie ging mit einer Art Enttäuschung, Überraschung, Illusion, dass ich ihr das Problem lösen würde, weg, nachdem sie sich einigermassen zu entspannen versuchte und folgender Metapher  lauschte:

Nehmen wir an, Sie  wollten in einem Ochsenkarren bis zur Sonne reisen – vorausgesetzt es gäbe von hier bis zur Sonne einen guten Weg für Ihre Ochsen – wie viele Jahrtausende würden Sie  dafür brauchen? Und wenn Sie mit einem Schiff über den kosmischen Ozean zur Sonne fahren wolltet, würden Sie fast genauso viel Zeit benötigen. Wenn Sie den Zug nehmen, sind Sie bereits schneller – mit dem Flugzeug noch schneller. Aber wenn Sie mit Lichtgeschwindigkeit reisen, werden Sie  in acht Minuten und wenigen Sekunden auf der Sonne landen.

Was bedeuten diese Beispiele? Dass derjenige, der den Ochsenkarren nimmt, das heisst, der zur Lösung aller Probleme nur die Möglichkeiten des physischen Körpers, die alten Methoden benutzt, die Wahrheit erst nach mehreren tausend Jahren finden wird. Wer auf dem Wasser reist, also mit der Geschwindigkeit der gewöhnlichen Gefühle, braucht fast genauso lange. Wer sich in der Luft fortbewegt, also seinen Intellekt einsetzt, ist schneller. Wer aber durch den Geist, durch die Intuition reisen kann, reist mit Lichtgeschwindigkeit und findet die Wahrheit sofort. (Wir Westler wissen leider sehr wenig über den Sinn dieser verschleierten Metaphern!)

Sie wollte sich in den nächsten Tagen telefonisch für einen neuen Termin melden. Dies tat sie, nach 6 Monaten, nachdem  der tiefe Sinn dieser Geschichte bei  ihr angekommen war und sie jetzt offen war, weiter zu arbeiten.

Während dieser Zeit veränderten sich bereits ihre rechtsseitigen Hüftschmerzen und die Verspannung an der linken Schulter, die bis jetzt therapieresistent waren.

Nachdem wir während ein paar weiteren Sitzungen mehrere schlummernde Fähigkeiten mit Akupunktur und eigener Arbeit gestützt hatten, kam sie der Wahrheit immer näher.

Wir sind daran, ihr Durchsetzungsvermögen und ihre Geradlinigkeit zu festigen und beidem zum Ausdruck zu verhelfen.

Extreme Rückenschmerzen

Die Schmerzen und Verspannungen wurden fast unerträglich.

Beim ersten Gespräch erfuhr ich alles über das Umfeld, die Patientin erzählte aber eigentlich nichts über sich.

Wie viele Menschen, war sie sich ihrer mentalen Gewohnheiten nicht bewusst. Wie reagieren Sie denn auf das Umfeld: Mit Verkrampfung und angespannt sein, mit Widerstand und Kritik, fühlen Sie sich zu schwach und verlieren viel zu schnell den Mut??????

Mit viel Achtsamkeit und speziellen Atmungsübungen schaffte sie es, bis zur nächsten Sitzung nach 3 Wochen  zu beschreiben, wie sie sich fühlt, wenn im Umfeld etwas passiert. Und vorallem, wie sie innerlich damit umgeht. „Sie schiebe einfach alles weg“, war ihre Erkenntnis!!

Dank ihrer Disziplin konnte ich das sogenannte „Gürtelgefäss“ (kann man sich wie einen Gurt um die Taille vorstellen) lösen und mit einem dafür geeigneten Reflexpunkt am Bein zusätzlich eine weitere Verspannung lösen, welche zu einem Beckenschiefstand geführt hat und ein weiterer Grund für die Schmerzen sein konnte.

In regelmässigen Abständen konnten wir Stabilität und die Fähigkeit für sich einzustehen, Klarheit über ihre Gedanken und Gefühle  zu schaffen, festigen. Ihre Hämorrhoiden und Beinschwäche lösten sich innerhalb einiger Monate auf.